Auditive Lokalisation- Die Duplex-Theorie

Diese Inhalte beruhen zu großen Teilen auf die Wissenschaftliche Hausarbeit zum Thema: „Auditive Lokalisation- Die Duplex-Theorie“ von M. Jaksic aus dem Seminar Wahrnehmungspsychologie im Studiengang Journalistik an der Fachhochschule Hannover.

Einleitung zum menschlichen Hören

Zur menschlichen Wahrnehmung der Außenwelt, der sogenannten Exterozeption, spielt der Hörsinn eine grundlegende Rolle. In der Antike galt das Ohr als intellektuelles Organ. Große Ohren waren, Paracelsus zu Folge, ein Zeichen für ein gutes Gedächtnis und einen scharfen Verstand.

Das Ohr mit seinen hochsensiblen inneren Organen ist darauf ausgelegt, selbst minimale, durch Schallwellen hervorgerufene, Veränderungen in der Luftdichte wahrzunehmen. Das Hören benötigt dabei immer ein Medium, welches die Töne, ausgehend von einer Schallquelle zur Ohrmuschel hin, überträgt. Für das menschliche Hören ist es die Luft. Aus diesem Grund ist eine Stimmgabel, welche im Vakuum schwingt für das menschliche Ohr nicht hörbar.

Bereits im fünften Schwangerschaftsmonat ist das Innenohr, welches im Laufe der Evolution aus dem Seitenlinienorgan des Fisches entstand, komplett ausgebildet. Mit einer zunehmenden Spezialisierung der Säugetiere vor etwa 200 Millionen Jahren und damit einhergehender Nachtaktivität, unterlagen die Hörorgane einer fortschreitenden Entwicklung. Für ein Überleben in der Nacht war ein äußerst fein entwickeltes Gehör von unglaublichem Vorteil. Attribute wie leiseste Geräusche wahrzunehmen, sowie die exakte Ortung der Geräuschquellen und die Einschätzung der wahrscheinlichen Entfernung spielten im Überlebenskampf der frühen warmblütigen Lebensformen eine vitale Rolle. Die auralen Fähigkeiten bildeten sich daher bis in kleinste Detail heraus.

Im Folgenden soll beantwortet werden wie es dem Menschen möglich wird Schallquellen zu orten und welche Funktionen diesen Fähigkeiten zu Grunde liegen.

Einen wichtigen Schritt zur Erklärung bildet die im Jahre 1907 von John William Strutt  aufgestellte Duplex-Theorie zur binauralen Lokalisation von Schallquellen. Der Brite Strutt, der ebenfalls unter dem Namen Sir Rayleigh bzw. Lord Rayleigh bekannt ist, ging bei der auditiven Lokalisation von zwei Prinzipien aus, welche er als die interaurale Pegel- und Zeitdifferenz bezeichnete.

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Geschrieben von Bobo - Website besuchen
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