“Daumen drücken” - Herkunft des Ausdrucks

“Daumen drücken” die erschreckende Wahrheit

Wir alle kennen wohl den Ausspruch “Daumen drücken”. Es ist ein Sprichwort, bzw. Ausspruch, welcher ausdrückt, das man jemandem Glück wünscht; das man ihm wünscht, das eine Hoffnung in Erfüllung geht.

Weil so sehr wir auch streben und leisten, manchmal braucht es in dieser Welt einfach das Quentchen Glück, um Erfolg zu haben. Es ist ein sehr beruhigendes Gefühl, wenn ich weiß, ich wünsche mir nicht nur selber eine Sache, sondern meine Feunde und Bekannte hoffen mit mir. Kaum jemand weiß jedoch wo dieser Ausdruck herkommt.

Wenn sie gerne Daumen drücken, und dies ein zentraler Punkt Ihres Hoffens ist, sollten Sie jetzt unter keinen Umständen weiterlesen. Denn am Ende dieses Artikels ist Ihre Welt nicht mehr die selbe wie bisher.

Das Sprichwort “Daumen drücken” ist schon etwas älter. Und es bedeutete schon damals “Glück wünschen” bzw. Hoffen auf positive Entwicklung eines Umstandes. Um konkret zu werden stammt es aus dem Mittelalter, lange Zeit vor der Aufklärung; und auch einige Jahrhunderte vor der Reformation. (Aus welchem Jahrhundert genau konnt ich leider noch nicht herrausfinden). Aber auch die Menschen des Mittelalters brauchten “Glück”, sogar noch mehr als heute, weil die Möglichkeit das “Jeder seines Glückes Schmied” ist; war in der Ständegesellschaft des Mittelalters noch weniger gegeben, als dieses heute evt. zutrifft.

Sie waren aber noch nicht Aufgeklärt und auch die Religion hatte noch nicht den Einfluß auf die Gesellschaft, wie es in späteren Jahrhunderten der Fall war. Sie brauchten also etwas “Handfestes”, Glücksbringer … etwas Reales zum festhalten.

Ich vermute mal viele denken bei dem Ausspruch “Daumen drücken” daran, das die eigenen Daumen gedrückt werden. Viele tun dies heutzutage dann ja auch ganz Real.

Nicht so die Menschen des Mittelalters. Dort herrschte nämlich der wahnsinnige Aberglaube, das die abgetrennten Hände von Gehängten ein “Glücksfetisch” sind, und diese wurden für gutes Geld verkauft. Wer sich dies nicht leisten konnte begnügte sich mit nur dem Daumen. Dieser wurde dann in Situationen, in denen der Besitzer Überirdischen Beistand benötigte, weil er Angst vor Wetterphänomenen oder sonstigem Unheil hatte, fest umklammert.

Wer also ganz traditionell die “Daumen drücken” will müßte sich der Leichenfledderei bzw. Störung der Totenruhe strafbar machen.

Ich für meinen Teil drücke seit Jahren keine Daumen mehr, und verwehre mich auch dagegen, das “mir die Daumen gedrückt” werden. Ich sage dann: du darfst mir Glück wünschen, aber nicht die “Daumen drücken”.

Weil mal konsequent zu Ende gedacht, ist der Ausspruch “Du kannst mir die Daumen drücken”, wie diese Redewendung heutzutage oftmals gebraucht wird doch sehr sehr sehr unangenehm.

Und es ist auch fraglich wieviel “Glück” einem wiederfährt, wenn man erstmal gehängt werden muß.

In diesem Sinne

Dummschwätzer Neunmalklug

Geschrieben von Bobo - Website besuchen
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4 Responses to ““Daumen drücken” - Herkunft des Ausdrucks”

  1. Finanzwissen » Blog Archive » Daumen drücken gegen die Rezession Says:

    […] Leider wissen viele nicht recht woher dieser Ausdruck kommt. Dazu habe ich eine interessanten Artikel gefunden bei der Wissenspedia gefunden “Daumen drücken”. […]

  2. chineseLocker Says:

    hi…

    super!…

  3. Latina Says:

    Dazu kann ich nur sagen “gefährliches Halbwissen”…

    Wer wie ich sein Latinum noch machen durfte/musste, und eine ähnlich gute Lehrerin hatte, dürfte wissen, dass schon in der Antike Daumen gedrückt wurden. Und zwar sehr wohl die eigenen.

    Hierzu gibt es auch noch entsprechende Textstellen (Ich glaub, es war Plinius), und laut unserer Lehrkraft stammt dieser Brauch ursprünglich sogar aus dem germanischen Norden, wo seit alters her Daumen gedrückt wurden. Einerseits, weil der Daumen der wichtigste Finger war und hierdurch Schutz erfahren sollte, andererseits gab es auch die Deutung, dass der Daumen als Ursache für schlechtes Tun in der Hand versteckt keinen Schaden mehr anrichten kann.

    Aus der letzteren Deutung entstand dann die hier als Ursprung präsentierte “Entartung”.

    Wenn also wirklich “ganz konsequent zu Ende gedacht wird”, ist das Daumendrücken der in unseren Breiten am tiefsten verwurzelte - und gänzlich unschauerliche - Glückwunsch.

  4. » Von gedrückten Daumen und so » StefBlog Says:

    […] [Quelle] […]

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