Der Gesundheitsfonds kommt
Künftig werden alle Versicherten einen einheitlichen Beitragssatz von 15,5 Prozent zahlen, egal bei welcher Krankenkasse sie versichert sind. Das bedeutet für den Großteil der gesetzlich Versicherten, dass die Gesundheit wieder mehr kosten wird. Denn bisher liegt der durchschnittliche Satz bei 14,9 Prozent. Ab 1. Januar tritt die neue Gesundheitsreform in Kraft und ab dann fließen alle Beiträge in einen Gesundheitsfonds ein. Jede Versicherung soll aus diesen Fonds soviel Geld bekommen, wie sie auch objektiv braucht. Die Verteilung richtet sich nach den Ausgaben jeder Kasse, die sich anhand von Alter und Erkrankungen der Mitglieder richtet. Wirtschaftet eine Kasse besonders gut, kann sie ihren Mitgliedern Prämien auszahlen. Krankenkassen, denen das Geld aus dem Gesundheitsfonds nicht reicht, können von ihren Mitgliedern einen Zusatzbeitrag verlangen. Derzeit weiß aber noch niemand, wie viel Geld jede Kasse künftig aus diesem Fonds bekommt. Und selbst die Zuweisungen im kommenden Jahr sind nur vorläufig, die endgültige Abrechnung kommt im Oktober 2010. Falls dann Nachzahlungen fällig werden, droht den Kassen der Bankrott. Daher werden einige kleine Kassen fusionieren, um sich zu retten. Dieser Druck wird negative Folgen für die Versicherten haben, denn auch die Kassen werden weniger Leistungen bezahlen, weniger langfristig wirkende Präventionen anbieten und teure Behandlungen scheuen. Andererseits könnte der erhöhte Konkurrenzdruck unter den Kassen auch positive Auswirkungen haben. Denn wenn kaum eine Kasse einen Aufschlag verlangt und gleichzeitig nur wenige Prämien zurückzahlen, spielt der Preis anders als heute keine Rolle mehr. Dann müssen die Kassen den Konkurrenzkampf über Leistungen führen. Die Private Krankenversicherung dagegen bleibt von den Einzahlungen in den Gesundheitsfonds verschont. Diese können vom neuen Gesundheitsfonds profitieren, weil viele freiwillig Versicherte in diese preiswertere und qualitativ bessere Versicherungsform wechseln werden.
Geschrieben von findur - Website besuchen



















