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April 28, 2015

Heinrich Von Treitschke

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Treitschke, als Sohn eines sächsischen Generals in Dresden geboren, studierte in Bonn, Leipzig, Tübingen und Heidelberg 1859 habilitierte er sich Privatdozent für Staatswissenschaft an der Leipziger Universität und ging 1863 als Professor nach Freiburg. Er legte jedoch mit flammendem Protest seine Professur nieder, als Baden sich 1866 mit den Gegnern Preußens vereinigte. Das war nur die dramatische Folgerung aus einer seit langem bewiesenen geistigen Haltung. In den „Preußischen Jahrbüchern“ war Treitschke in zahlreichen Artikeln für eine – wenn nötig gewaltsame – Einigung Deutschlands unter preußischer Führung eingetreten.

 

Bismarck berief den Verteidiger der preußischen Sache nach Berlin und bediente sich seiner gewandten Feder, seiner wissenschaftlichen Kenntnisse und seines politischen Instinkts in den innerdeutschen Auseinandersetzungen und der publizistischen Vorbereitung des kommenden „Bismarck-Reiches“. Treitschke folgte seiner Idee zu letzter persönlicher Konsequenz: Als er für die Annexion Sachsens durch Preußen eintrat, schlug ihm aus der alten Heimat eine Welle von Hass entgegen, die Eltern trennten sich von ihrem Sohn, und die Freunde und Verwandten nannten ihn einen Verräter.

 

Treitschke wurde Professor in Kiel, Heidelberg und schließlich Berlin, er führte dem Ableben Rankes den Titel eines „Historiographen des preußischen Staates“, war Mitglied des Reichstags und wurde in die Akademie der Wissenschaften berufen. Sein Hauptwerk, die „Deutsche Geschichte im 19.Jahrhundert“, ist eine große wissenschaftliche Leistung. Der Verfasser beurteilt jedoch die historischen Ereignissen nicht vom Standpunkt des neutralen Beobachters, sondern nimmt persönlich in politisch-publizistischer Weise zustimmend oder verurteilend Stellung.


Geschrieben von Bobo - Website besuchen
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