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April 17, 2015

Martin Heidegger

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Die “Existensphilosophie” ging erst nach dem zweiten Weltkrieg in das allgemeine Verständnis ein. Das Hauptwerk ihres Begründers, Martin Heideggers “Sein und Zeit”, ist jedoch schon 1927 erschienen. Der in Meßkirch geborene Schwabe, der als Privatdozent in Freiburg i. Br. der phänomenologischen Philosophie Edmund Husserls und Max Schelers nahestand, wurde 1928 der Nachfolger Husserls als ordentlicher Professor in Freiburg.

 

Seine Philosophie erforscht in einer Weise, die über die Fachphilosophie hinausgeht und den Denkwegen von Laotse, Augustinus, Pascal und Kiekegaard verwandt ist, das Rätsel des konkreten Da-Seins des Menschen zwischen Geburt und Tod. Die Grundstimmung des Daseins ist die “Sorge” oder die “Angst” vor dem dunklen Grund des Daseins der “Geworfenheit”. Aber die Todesangst, die Angst vor der bodenlosen Leere des Nichts, macht den Menschen zugleich frei zu der Möglichkeit, das Dasein zu überschreiten im “Sichvorwegsein”.

 

Die alten theologischen Begriffe “Notwendigkeit” (gleich Geworfenheit) und “Möglichkeit” (der freien Entscheidung) erhalten hier eine neue Bedeutung, wie man Heideggers Philosophie wohl auch eine “säkularisierte Theologie” genannt hat. Geschichtlich gesehen, stellt Heidegger einen zunehmenden Seins-Verlust in drei Stufen fest: im Übergang von den Vorsokratikern zu Plato, von der griechischen zur römisch-christlichen Philosophie und vom mittelalterlichen zum neuzeitleichen Denken. Die wesentlichen Werke Heideggers nach “Sein und Zeit” sind: “Kant und das Problem der Metaphysik”, “Was ist Metaphysik?”, “Vom Wesen des Grundes”, “Holzwege” und “Einführung in die Metaphysik”. Auch auf dem Gebiete der Ausdeutung von Dichtungen, vor allem Hölderlins, hat Martin Heidegger Bedeutendes geleistet.


Geschrieben von Bobo - Website besuchen
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